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Die Kraft, die blieb

Ein Gedanke ist nicht nur Gedanke.

Er entsteht in uns,
doch er bleibt nicht dort.

Er geht hinaus,
berührt den Raum,
ruht in einem Stein,
schläft in einem Zeichen,
bis einer kommt
und ihn wieder weckt.

Darum hüte deineGedanken
wie eine Flamme im Wind.

Denn er kann wärmen,
er kann führen,
er kann heilen,
und er kann zerstören.

Die Wissenden kannten die Kraft.

Sie banden sie an Zeichen und Worte,
an Steine und Rituale,
und nannten sie Magie.

Sie wussten, wie man sie sammelt,
wie man ihr eine Richtung gibt,
wie man sie in einen Gedanken legt,
in ein Wort,
in eine Berührung,
in einen Gegenstand.

Wir aber haben das Wissen verloren.

Die Kraft ist geblieben.

Still. Unsichtbar.
In jedem von uns.

Wer in sich still wird,
wer den Willen bündelt
und den Gedanken festhält,
kann ihr eine Richtung geben.

Doch wer sie kennt,
muss auch um ihre Antwort wissen.

Kein Gedanke bleibt ohne Spur.

Was wir aussenden,
findet seinen Weg.

Was wir bewegen,
bewegt auch uns.

Und vielleicht ist das größte Geheimnis nicht,
dass der Mensch diese Kraft besitzt,
sondern dass sie längst
durch ihn wirkt.

                                                                  H.T. Thielen